Dienstag, 25. Oktober 2011

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?


Um den sonnigen Oktober, die bunte Herbstfärbung der Bäume und die frische Luft zu genießen und uns zu bewegen, haben Anne, Luise und ich ein wunderschönes Wanderwochenende in der Natur verbracht. Wir konnten auf Felsen kraxeln, tolle Aussichten genießen und ausländische Kostbarkeiten vertilgen, und mussten doch nicht weit weg:
Es ging in die Sächsische Schweiz.
Zwei Tage wandern und genießen, entspannen, essen, lachen, quatschen und Fotos machen - genial :-)


Am Samstag ging es früh von unserem Basislager in der Dresdner Neustadt aus mit der S-Bahn nach Schöna und dort mit der Fähre über die Elbe/Grenze in den böhmischen Teil des Elbsandsteingebirges.
Vormittags versteckte sich die Sonne leider noch recht lange hinter Wolken und Nebel, aber im Laufe des Tages wurde es immer schöner.
Unser erstes Ziel war das Prebischtor, das größte Sandsteintor Europas (so Wikipedia).


selbst ist die Frau :-)

Durch Buchenwälder und (teils vernebelten) Blick ins Tal ging's danach in den nächsten Ort, mit dem Ziel, uns mit tschechischem Gulasch&Knödeln sowie Bier zu stärken. Aber - Pustekuchen. Nur ein viel zu schickes Hotel mit viel zu hohen Preisen - das war nix für unser Wanderoutfit.

wunderschöne Herbstlandschaft und der Blick zurück zu den Felsen



Zum Glück lockte uns ein Schild in den 2 km entfernten Nachbarort, und dort konnten wir schließlich in einer urigen Gaststätte - genau das, was wir gesucht hatten - schlemmen.
Später mussten wir feststellen, dass wir dadurch unsere Runde stark verkürzt haben... aber das Opfer muss man halt bringen für deftiges Essen ;-)


Anschließend ging es bergab.... was unseren vollgefutterten Bäuchen durchaus zu Gute kam - wieder durch Buchenwälder, durch die die Sonne schien - in die Edmundsklamm.

Es herrschte eine interessante Athmosphäre... oben schien die Sonne, hier unten war es relativ dunkel, feucht und kühl. Es rauschte der Fluss, aber es war auch irgendwie ruhig. Die Bäume waren bunt, die Felsen vom vielen Moos ganz grün.




Naja, und damit wir uns auf unserer ersten Tour nicht zu sehr verausgaben, haben wir einen Kilometer des Weges mit einem Kahn (oder Bod, wie in der deutschen Version der tschechischen Website stand) zurückgelegt. Das Wasser war dort ruhig und ziemlich tief, da es angestaut wurde. Es war total friedlich!


Unser Bootsmann stakte uns sicher und erheiterte seine Gäste zweisprachig mit Infos und Anekdoten.

Die Rückfahrt mit der S-Bahn haben wir ausgiebig zum Schlafen genutzt, um für den Abend mit Festmahl, Wein und Spielen fit zu sein. (Dass viel Wein dem Wandern am nächsten Tag durchaus zuträglich ist, hatten wir natürlich am Vortag schon getestet.)

Am Sonntag Nachmittag mussten wir alle wieder nach Hause, was allerdings nicht hieß, dass wir den Tag nicht noch ausgiebig nutzen konnten! Diesmal ging's im Auto bis nach Schmilka und von dort hoch zu den Schrammsteinen. Zunächst wanderten wir im Wald, doch schon bald ging es in die Höhe und es gab die ersten Aussichten zu den Felsen und in das Elbtal zu bestaunen.
Es war eine gute Wahl, den laut Karte "schwierigen Wanderweg" zu nehmen, da wir bissl kraxeln konnten und nicht nur auf langweiligen Forststraßen gehen mussten.
Oben angekommen war es ein Mix aus Buchenwald und gigantischen Ausblicken.




Unser Mittag kam diesmal aus dem Rucksack - und konnte sich sehen lassen!!

Essen ist einfach das Beste! Und Wein natürlich :-)



Leider wurde es ziemlich voll, als wir zur Schrammsteinaussicht kamen... doch wir haben einfach die Blicke genossen und sind dann schnell wieder auf ruhigere Wege geflüchtet.



herbstlicher Mischwald

Dazu mussten wir allerdings noch ein paar Leitern überwinden!


Im flotten Wanderschritt ging es danach noch einmal unten um die Felsen herum, wo wir unter anderem Kletteren zuschauen konnten, die wir auch schon von oben gesehen haben.

Kletterer auf den Felsen
Bei einem Abstecher zur Kleinen Bastei konnten wir noch einen Blick auf die Elbe werfen, bevor es wieder zu ihr nach unten ging.


Den Abschluss der 2 traumhaften Tage bildete eine letzte Rast auf dieser tollen Schaukel direkt am Elbufer, die Luise mit Adlersaugen entdeckt hat:

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Mehr Festival of Lights


(Donnerstag) Nach zwei Wochen, die ich nun in Berlin wohne, hab ich es heute schließlich auch mal in die "Innenstadt" geschafft, und bin zusammen mit Lisa durch Mitte geschlendert und hab mit tausenden anderen die Beleuchtungen bestaunt. Wirklich toll!

Kanzleramt in der Abenddämmerung


(heute leider nicht so schön angeleuchtet, wie ich das auf Bilder gesehen hab)


Dom und Fernsehturm (und Hobbyfotografen mit Stativen)

Unter den Linden

Gendarmenmarkt, Deutscher Dom



Nochmal die Messe, diesmal näher und nicht so unscharf.


(Mittwoch) Heute war ich mit meinem Mitbewohner Max auf dem Potsdamer Platz:

Sony Center



ein Lichtbrunnen mit Pinguinen oder so ähnlich

wechselnde Beleuchtung und "Faces of Berlin"

Dienstag, 18. Oktober 2011

Festival of Lights


(links KaDeWe, gerade hin die Gedächtniskirche)

Heute hab ich nachmittags eine tolle Radtour durch den Grunewald gemacht und saß an der Havel, wo ich Segelbooten zuschauen konnte. Genial, wie schnell man hier im Grünen ist!



Abends hab ich mich auf's Rad geschwungen und bin den Ku'damm entlanggefahren, um die beleuchteten Häuser zu bestaunen. Es war meine erste Fahrt mitten im Verkehr, im Dunkeln, bei Regen... aber alles halb so wild.
Es gab tolle Dinge zu bestaunen:

(in der Nähe der Gedächtniskirche)

KaDeWe

Hier wurden ständig andere Uhren ranprojiziert.

Bänke mitten auf dem Ku'damm


Blick zur Messe und Funkturm, von "meiner" S-Bahn-Haltestelle aus gesehen. Leider unscharf, da die Brücke, auf der ich stand und das Stativ fesgemacht hatte, leicht geschwankt hat.

Meine vier Wände

Am 4. Oktober hatte ich mein Chemnitzer Zimmer nun endgültig ausgeräumt und bin mit meinem Krempel in einem riiiiesen Auto nach Berlin gedüst.

Mein neues Wohngebiet ähnelt dem Kaßberg sehr, sowohl in der Bausubstanz als auch den Bäumen, die die Straßen säumen. Nur unser Innenhof ist leider viel kleiner und weniger grün als in Chemnitz.

Mein Zimmer in unserer riesen 3er-WG hat 16qm und ist richtig gemütlich geworden. Der rote Teppichboden und die gelbe Wand waren schon so, und obwohl ich es selbst wohl nicht so eingerichtet hätte, find ich es ok. Meine Möbel haben gut reingepasst, und mit Kleinigkeiten von Ikea, ein paar Pflanzen und Fotos ist es jetzt auch sehr wohnlich geworden, ich fühl mich richtig wohl darin. Und die Heizung funktioniert auch, der Winter kann also kommen! ;-)
Den Kleiderschrank und das Sofa hab ich von den Vermietern übernommen.

Großes altes Doppelfenster.

Blick vom Schreibtisch. Auf dem Fensterstock ist viel Platz für meinen Schwibbogen im Advent! :-)

Stuck an der 3,70m hohen Decke.

Unsere Küche ist ziemlich groß und gemütlich, allerdings noch nicht endgültig ausgemistet. Ans kochen auf dem Gasherd werd ich mich noch gewöhnen müssen, aber viele schwärmen ja davon.

Fließen mit alter Bemalung und schöne alte Küchenschränke.


Unser Laufsteg, der Flur zwischen Küche und Wohnzimmer, in der Mitte geht's in mein Zimmer.

Das Wohnzimmer müssen wir mal noch saubermachen und gemütlich einräumen, dann kann man dort schön sitzen, essen, spielen, TV schauen oder was auch immer. Und unseren tollen Kronleuchter bewundern ;-)


Wir haben viel Platz für Besuch, ich freu mich auf und über jeden, der kommt!

Montag, 17. Oktober 2011

Berlin erkunden: Grunewald - Villen, Seen und Wald

Seit fast zwei Wochen bin ich jetzt in Berlin, und vielleicht werde ich es Birthe gleichtun und mal wieder etwas häufiger bloggen.

Letzte Woche fanden ein paar Einführungsveranstaltungen an der Uni statt, was ganz ok war. Ich hab auch gleich einige Kommilitonen kennengelernt, aber ich glaube so richtig wird das dann erst in den kommenden Wochen anlaufen. Wir haben große Wahlmöglichkeiten von Schwerpunkten, Fächern und Veranstaltungen, so dass ich wahrscheinlich in jedem Seminar andere Leute treffen werde, mal schauen wie das wird.

Heute fand 14:15 meine erste Veranstaltung statt. Letzte Woche bin ich noch mit der Bahn zur Uni gefahren, aber heute wollte ich mich endlich wieder auf's Rad schwingen, bei dem schönen Wetter! Ich bin schon 12:45 losgekommen, da hab ich kurzerhand eine etwas größere Radtour zur Uni gemacht und meine Umgebung etwas erkundet.

Als erstes kam ich zum Halensee, zu Fuß reichlich 10 Minuten entfernt, was der "neue Schlossteich" werden kann, wo man sich mal ins Grüne setzt und die Sonne genießt. (Etwas verstört haben mich zwar die etwa 10 splitternackten Männer, die sich auf Decken geaalt und ihre Füße im See erfrischt haben – aber wer weiß, sind wir mal tolerant! ;-))

Der Stadtteil Grunewald, gleich westlich von mir, besteht aus großen alten, sehr schönen Villen und vielen Seen, und er lässt sich gut durchradeln. Ich glaube, ich wohne wirklich ganz günstig: bei mir ist es noch sehr städtisch, aber in ein paar Minuten bin ich schon am "Stadtrand".

Als nächstes hab ich die Häuser hinter mir gelassen und bin richtig in den Grunewald gefahren, den Berliner Forst. Er ist vergleichbar mit dem Chemnitzer Zeißigwald, also wirklich richtiger Wald mit vielen Wegen.


Dazu kommen noch viele kleine Seen, wie der Grunewaldsee, wo es allerdings vor Hunden nur so gewimmelt hat.

Vorbei am Jagdschloss Grunewald war ich dann auch relativ schnell an der Uni – man denkt dort nicht, dass man in einer Großstadt sei! Fotos vom Campus muss ich auch mal machen. Ich bin auf jeden Fall froh, nicht direkt dorthin gezogen zu sein. "Dahlem-Dorf" hat zwar Charme, und es ist irgendwie auch lustig, dort zu studieren, aber in den Villen gibt es aus gutem Grund kaum Studentenwohnungen! ;-)

Meine erste Uni-Veranstaltung war eine Soziologie-Vorlesung zusammen mit vielen Soziologen und einem Prof., der leider ziemlich schlechtes Englisch spricht. Es war nicht unheimlich spannend, aber ich will mal noch nicht vorzeitig urteilen. Auf jeden Fall kann es nicht schaden, mal was über Theorien, Durkheim oder Weber zu hören.

Unser Master (35 Studenten) ist sehr international, neben Deutschen hab ich schon eine Chinesin, eine Französin, zwei Ukrainerinnen und mehrere Amis getroffen. Für letztere ist es ein ziemlich spannendes und beängstigendes Erlebnis, der Semesterbeginn an einer deutschen Uni… hier werden sie nicht an die Hand genommen, sondern müssen sich selbst um alles kümmern und sich informieren – wird Zeit, dass sie mal erwachsen werden! ;-) Das soll aber nicht heißen, dass es keine Hilfe und Ansprechpartner gibt, und auch eine Fachschaft ähnlich der I'ES hat sich uns schon vorgestellt. Ach ja, und von der (sehr klassischen) Vorlesung gerade (die glaube meine einzige VL ist, alles weitere sind Seminare) war ein Amerikaner sehr verstört, da er Frontalunterricht ohne Beteiligung der Studenten absolut nicht kannte. Interkulturelle Erfahrungen gibt's im Studium also noch nebenher :-)

Nach der Vorlesung bin ich dann auf direktem Weg nach Hause gefahren, so wie Google das vorgeschlagen und der analoge Stadtplan unterstützt hat. Es ist eine schöne Strecke, komplett mit Radweg und durch wunderschöne Villenviertel, vorbei an einigen Botschaften (ich kannte nur die Fahnen nicht), immer eben hin, fast 5 km, und dafür hab ich 15 Minuten gebraucht. Mit der S-Bahn (5 Minuten hinlaufen, einmal umsteigen) dauert das 10 Minuten länger. Da weiß ich, wo ich wieder meinen täglichen Sport bekomme! :-)

Im Moment findet in Berlin das Festival of Lights statt, während dem sehr viele Gebäude und Sehenswürdigkeiten bunt angestrahlt werden. Das werde ich mir diese Woche auf jeden Fall mal anschauen und versuchen, ein paar Bilder zu machen.