Mittwoch, 28. Oktober 2009

Philine da!

Am Freitag hab ich mal wieder Besuch bekommen: Philine hat Besancon, wo sie im Moment studiert, für 5 Tage verlassen und mich im Süden besucht.
Das Wetter hat es gut mit ihr gemeint und wurde wieder wärmer, ab Montag sogar wieder sommerlich - endlich! :-)
(auf den Wind war natürlich Verlass ;-))

Am Samstag sind wir kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, waren mit anderen ERASMUS-Studenten auf dem Palast der Könige von Mallorca und haben uns mit einem Sandwich Americain gestärkt :-)

Sonntag Mittag fand auf dem Marktplatz ein öffentliches Picknick mit Bigband-Musik statt, das war eine tolle Sache! War wieder ein richtig französisches Erlebnis. Es waren so viele Leute dort, aller Altersstufen, und alle hatten so viel leckeres Essen mit!

Anschließend sind wir mit dem Rad zum Strand gefahren, dass Philine auch mal in den Genuss vom Mittelmeer kommt.

Am Montag sind wir zusammen nach Collioure gefahren. Das ist meiner Meinung nach der schönste Ort hier an der Küste.
Und das Wetter meinte es wirklich gut mit uns, das machte den Tag nur noch besser!

Am Dienstag Vormittag hab ich ihr noch meinen Campus gezeigt, und dann musste sie auch schon wieder zurück fahren. Verging viel zu schnell! Wir hatten wirklich eine schöne Zeig zusammen, nachdem wir uns so lange nicht gesehen hatten!


Heute hatten Luise und ich mal wieder einen Strandtag! Wir sind früh um 8 hingefahren und haben am Meer gefrühstückt.
Die Luft war schon recht frisch, aber die Sonne hat schön geschienen. Und so haben wir uns nach einigem Sonnen und dann Warmlaufen sogar ins Wasser gewagt! Baden am 28. Oktober :-) Es war allerdings ganz schön kalt, aber das hat unseren Kreislauf in Schwung gebracht. Da wir dann entschieden haben, dass es vielleicht der letzte warme Tag sein könnte, und in der Sonne liegen viel schöner als der Französischkurs in der Uni ist, sind wir sogar bis um 2 dort geblieben und haben es uns gutgehen lassen - muss auch mal sein! :-)

Morgen muss ich nochmal fleißig sein und am Freitag geht es dann nach Barcelona. Dort treff ich mich mit Mutti! Nach 2 Tagen nehm ich sie dann mit nach Perpignan, wo sie eine ganze Woche bleibt. *freu*

Dienstag, 27. Oktober 2009

* Leben in Frankreich

In "loser Folge" - wie das in der Zeitung immer so schön heißt - werde ich von "typisch französischen" Erlebnissen, oder Dingen, die mir hier auffallen, berichten.

Heute ist mir mal wieder bewusst geworden, was für ein homogenes Volk wir Deutschen sind, und wie wenig Ausländer es bei uns - zumindest in Sachsen - gibt. Hier ist das ganz anders, und das find ich echt spannend.

Beim Volleyball waren in meinem Team (8 Mann) nur 3 "richtige" Franzosen. Außerdem ein Chinese, der hier studiert, ich, die für ein Semester hier ist, ein Doktorand aus dem Libanon (!) und zwei Schwarzafrikaner (einer aus Gambia), die aber durchaus die französische Staatsbürgerschaft haben können, das weiß ich nicht.

Das widerspiegelt auch meine anderen Erfahrungen, die ich bisher schon gemacht habe: es leben sehr viele Afrikaner oder Leute aus der Karibik (ehemalige Kolonien oder französische Überseegebiete) in Frankreich, und außerdem gibt es einen sehr hohen Anteil von ausländischen Studenten (3000 von 10 000 in Perpignan).

Montag, 19. Oktober 2009

Tolles Wochenende

Das war wieder ein Wochenende mit zu wenig Schlaf... aber diesmal lag es nicht daran, dass ich abends lange fort war - sondern dass ich jeden Früh zeitig raus bin, um was zu unternehmen!

Ich hatte 2 voll ausgefüllte Tage, und dabei waren sie noch komplett unterschiedlich: Stadt und Natur.

Am Samstag früh ging es recht kurzfristig mit dem Zug nach Montpellier. Wir waren 2 Deutsche, 2 Spanierinnen, ein Franzose, und haben uns dort auch noch mit ein paar anderen getroffen.
Nach 1,5 Std Zugfahrt waren wir um 10 dort, und hatten bis um 8 abend zeit, die Stadt zu erkunden. Sind einfach kreuz und quer gelaufen durch die kleinen Gassen, haben ein paar Kirchen etc. angeschaut usw.... sehr schön!

Die Innenstadt war garnicht so groß, wie ich sie mir vorgestellt hätte, aber sehr schön. Im Gegenteil zu Perpignan, wo die Häuser alle unterschiedliche Farben haben, ist Montpellier einheitlich aus hellem Stein gebaut. Außerdem sind die kleinen Straßen etwas breiter und die Häuser höher - alles wirkt etwas neuer und reicher.der Triumphbogen, nach Pariser Vorbild
Herbst in der Stadt
eine riesengroße Kathedrale - sehr beeindruckend, sowohl von außen als auch von innen ein altes Äquadukt

Und eine riesen Anzahl und Auswahl von wunderschönen Läden gibt es dort... wir werden vielleicht im Dezember nochmal zum Bummeln hinfahren :-)

an diesem Haus ist nichts echt außer 2 Fenster - beeindruckend, oder??
Neben der Stadt war es auch sehr toll, dass wir den ganzen Tag fast nur Französisch geredet haben! Davon, und natürlich von dem vielen rumlaufen, war ich am Abend aber auch unheimlich erschöpft und war froh als ich endlich im Bett war!

Am Sonntag hieß es dann wieder um 7 aufstehen, denn es stand eine Wanderung an. Sie wurde von den Verantwortlichen vom Unisport organisiert, und so waren wir eine Gruppe von ca. 15 Mann und sind mit einem Wanderführer 6,5 Stunden gewandert.
Zunächst ging es mit Kleinbus und Autos in Richtung Grenze (Süden), und dann sind wir auf Serpentinen noch ganz schön weit hoch in die Berge rein gefahren. Da hatten wir schon die ersten tollen Ausblicke.
Zunächst mussten wir uns an das Wetter gewöhnen - was uns selbst bis zum Abend nicht wirklich gelungen ist: Es war unheimlich kalt! Was das ganze so schlimm gemacht hat war ein unvorstellbar starker Wind... das hab ich beim Wandern noch nie erlebt! Aber das hat uns nicht davon abgehalten, einen wunderschönen Tag mit fantastischer Sicht, sowohl in die Berge als auch zum Meer, zu haben! :-)

Wir sind genau an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien entlanggelaufen.
Die Berge waren dort reichlich 1000m hoch, und so war die Vegetation sehr schön und recht bekannt: Wir haben Brombeeren und Bucheckern gegessen und sind durch einen wunderschönen Buchenwald gelaufen.
Für unsere Mittagsrast haben wir uns ein windstilles Plätzchen gesucht und konnten die Sonne genießen, wunderschön!
Zum Abschluss ging es dann noch auf einen kleinen Gipfel, und von 1250m hatten wir eine wunderschöne Sicht auf Perpignan und Umgebung... wir konnten schön sehen, wo wir überall schon waren... fast wie GoogleEarth :-)
Am Abend waren wir erst um 7 wieder zurück in Perpignan, schon etwas fertig und kalt... aber es war ein wunderschöner Tag!

Heute hat seit einer Woche zum ersten mal wieder kein Wind geweht! Allerdings war es echt kalt: frum halb 9 waren 2 Grad! Da die Sonne aber schön geschienen hat, wurde es am Nachmittag etwas milder, und es war richtige schöne Herbstluft. In den nächsten Tagen soll es wieder wärmer werden, da freu ich mich drauf! :-)

Freitag, 16. Oktober 2009

Weihnachten

Nachdem ich mittlerweile einige Stunden mit planen, freuen, verzweifeln, umplanen, verzweifeln, etc. verbracht habe, ist es nun endlich vollbracht:
Ich hab meine Heimreise für Weihnachten gebucht! :-)

Am 17.12. (Do) fliege ich von Girona nach Frankfurt/Hahn, fahre dann mit der Bahn (zum Glück mit Sparpreis) und komme 21:06 in Plauen an.
Zurück fahre ich am Di, 05.01., Start ist 15:06 in Plauen. Nach kurzem Zwischenstop in Hanau fliege ich am nächsten Tag wieder nach Frankreich, diesmal nach Montpellier.

Bis auf die Busse zum Flughafen ist alles gebucht - ich hoffe, das klappt dann auch alles! :-)
Freu mich drauf, die Zeit zu Hause zu verbringen. Aber hoffe auch, dass ich hier ein Praktikum finde und dann noch ein paar Monate im Süden verbringen kann.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Herbststürme

Ich weiß, ich darf mich nicht beklagen... zu Hause schneit es fast.
Aber auch hier hält langsam der Herbst Einzug!
Seit gestern gibt es ganz schön starken Wind. Nicht nur die Böen sind frisch, sondern sie haben auch allgemein kühlere Luft mitgebracht. Die Sonne ist aber noch immer warm, und wenn sie scheint kommen einem die ca. 18 Grad nicht sonderlich kalt vor. Aber Kraft haben diese Stürme, da muss man mit dem Fahrrad manchmal ganz schön gegenhalten! Ich hoffe die gibt es jetzt nicht für immer - aber diese Woche wahrscheinlich jeden Tag. Lass ich mich mal überraschen.
In der Innenstadt ist es ganz unterschiedlich aufgrund der vielen kleinen Gassen: durch manche pfeift der Wind, und in anderen ist es absolut windstill. Auf unserem Balkon gilt übrigens eher zweiteres... da konnte ich heut Nachmittag ne Stunde Sonne genießen :-)

Sonntag, 11. Oktober 2009

Es wird!

... sowohl mit Leuten kennenlernen als auch mit dem Französisch! :-)

Hatte einen richtig schönen Tag gestern.
Los ging es um 10 mit einer Stadtführung für die ERASMUS-Studenten. Da ich mittlerweile schon 5 Wochen in Perpignan bin, kannte ich alle Plätze und Gebäude bereits, aber es war interessant, deren Geschichte zu hören und Details erklärt zu bekommen. Unsere Stadtführerin gab sich auch viel Mühe mit dem Französisch, man konnte sie super verstehen.

Gegen Mittag wurde das Wetter dann wieder richtig schön, und nach einigem Hin und Her sind Jana, Luise, Jirka (ein tschechischer Freund von Jana, den ich auch schon vom Volleyball kenne), Christoph (ein weiterer Deutscher) und ich mit Baguette, ein paar Flaschen Wein und einer Decke in den Park gegangen. Dort haben wir uns niedergelassen und einige Stunden verbracht. War richtig schön! Haben erzählt, die Sonne genossen, UNO gespielt... und alles auf französisch! Ging erstaunlich gut. Den ein oder anderen verwirrten Blick haben wir allerdings schon auf uns gezogen... einerseits waren wir die einzigen, die im Gras und nicht auf Bänken saßen, und andererseits sind wir uns nicht ganz sicher, ob man in der Öffentlichkeit trinken darf... naja, Ausländer dürfen das! ;-) (Je comprends pas! *g*)

Am Abend sind Jana und ich nochmal losgezogen. Haben uns mit Leslie (frz.) und Benno (dt.) getroffen, und sind dann zu einem Bekannten von ihnen gegangen, der in seiner "Wohnung" (1 Zimmer) eine Party geschmissen hat. Und dort war es ungefähr so, wie ich mir ERASMUS vorgestellt hab: viele Deutsche, Tschechen (die beiden Hauptgruppen in Perpignan, man trifft sie überall!) und Franzosen. Wobei die meisten davon schwarz waren, d.h. aus Afrika kommen und auch noch sehr heimatverbunden sind, also immer gern erzählen wo sie ursprünglich herkommen. Tja, und dort wurde erzählt und getrunken und erzählt.
Irgendwann sind wir los, um in ein Irish Pub zu gehen, und unterwegs wuchs unsere Gruppe um mehrere Italienerinnen, einer Waliserin, einen Schweden, einer Portugiesin und ich weiß nicht wer noch an... echt toll! Und es wurde wieder fleißig französisch geredet! Im Pub konnte ich traditionell ein Strongbow genießen... wie daheim! :-) (Nur Größe und Preis leider nicht...)
Allerdings wurden wir Punkt um 2 rausgeschmissen. Also sind wir weitergelaufen, wieder zu der Party von zuvor. Allerdings war ich dann schon ganz schön müde, und hab nur noch die tolle Aussicht über die nächtliche Stadt genossen (vom 6. Stock oder so). Etwa um 3 haben Jana und ich uns dann auf den Heimweg gemacht.
Wir waren echt froh, dass wir uns entschieden haben, fort zu gehen... usprünglich waren wir zu faul, wie so oft ;-)

Freitag, 9. Oktober 2009

Berge!!

Heut stand Jana und mir (beide am Freitag keine Uni) ein tolles Erlebnis bevor: statt ans Meer ging es mal in die andere Richtung, in die Pyrenäen!

Mit dem 1€-Bus ging es 2x45 Minuten hinauf, in den kleinen Ort Vernet-les-Bains auf etwa 700m Höhe.
Schon nach etwa einer halben Stunde Fahrt hatten wir rechts und links Bergketten, die Landschaft war gleich ganz anders als in Perpignan. Wir sind auch durch viele niedliche kleine Dörfer und Städtchen gefahren, die es wann anders zu erkunden gilt.

Von Vernet aus ging es 2 km in den letzten Ort in diesem Tal (ca. 800 müNN).
Der Weg dorthin war gesäumt von Laubbäumen, die langsam aber sicher ihre Blätter verlieren (und ihre Esskastanien abwerfen, mal schauen, ob die wirklich essbar sind!), es sah aus und roch vor allem wie Herbst! Hat uns irgendwie an zu Hause erinnert, voll schön.

Ab Casteil wurde es dann steiler und das ganze artete eher in wandern aus.
Unser Ziel: Die Abtei St. Martin du Canigou auf 1055m, die im Novemer ihr 1000-jähriges Bestehen feiert. Wieder ging es zwischen Laubbäumen hindurch, jedoch jetzt schon zwischen Felsen und mit tollem Blick!

Nach etwa 40 Minuten waren wir oben am Kloster. Kaum zu glauben, dass es vor so langer Zeit dort erbaut wurde - das wäre selbst heute noch eine Meisterleistung! Es liegt gut versteckt, von unten nicht zu sehen, hinter einem Felsvorsprung. Von außen, wo wir ran kamen, sah es schon sehr beeindrucken aus.
Wir sind dann dem Tipp aus meinem Reiseführer gefolgt, doch noch ein Stück weiter hoch zu gehen, obwohl der Weg als gefährlich markiert war - und wurden mit einem malerischen Blick auf die ganze Klosteranlage belohnt. Sogar die Sonne kam für uns raus! :-)

Anscheinend ist diese Abtei auch Teil des Jacobsweges, wenn wir die Zeichen richtig gedeutet haben. Pilgern ist also auf keinen Fall nur geradehinlaufen, sondern auch wandern und kraxeln!

Unser Rückweg war dann der gleiche, und mit dem Bus ging es am Nachmittag wieder zurück nach Perpignan.
Wir waren uns einig: Es war ein wunderschöner Tag, und es geht auf jeden Fall mal wieder in die Berge! :-)