Letzte Woche fanden ein paar Einführungsveranstaltungen an der Uni statt, was ganz ok war. Ich hab auch gleich einige Kommilitonen kennengelernt, aber ich glaube so richtig wird das dann erst in den kommenden Wochen anlaufen. Wir haben große Wahlmöglichkeiten von Schwerpunkten, Fächern und Veranstaltungen, so dass ich wahrscheinlich in jedem Seminar andere Leute treffen werde, mal schauen wie das wird.
Heute fand 14:15 meine erste Veranstaltung statt. Letzte Woche bin ich noch mit der Bahn zur Uni gefahren, aber heute wollte ich mich endlich wieder auf's Rad schwingen, bei dem schönen Wetter! Ich bin schon 12:45 losgekommen, da hab ich kurzerhand eine etwas größere Radtour zur Uni gemacht und meine Umgebung etwas erkundet.
Als erstes kam ich zum Halensee, zu Fuß reichlich 10 Minuten entfernt, was der "neue Schlossteich" werden kann, wo man sich mal ins Grüne setzt und die Sonne genießt. (Etwas verstört haben mich zwar die etwa 10 splitternackten Männer, die sich auf Decken geaalt und ihre Füße im See erfrischt haben – aber wer weiß, sind wir mal tolerant! ;-))
Der Stadtteil Grunewald, gleich westlich von mir, besteht aus großen alten, sehr schönen Villen und vielen Seen, und er lässt sich gut durchradeln. Ich glaube, ich wohne wirklich ganz günstig: bei mir ist es noch sehr städtisch, aber in ein paar Minuten bin ich schon am "Stadtrand".
Als nächstes hab ich die Häuser hinter mir gelassen und bin richtig in den Grunewald gefahren, den Berliner Forst. Er ist vergleichbar mit dem Chemnitzer Zeißigwald, also wirklich richtiger Wald mit vielen Wegen.
Dazu kommen noch viele kleine Seen, wie der Grunewaldsee, wo es allerdings vor Hunden nur so gewimmelt hat.
Vorbei am Jagdschloss Grunewald war ich dann auch relativ schnell an der Uni – man denkt dort nicht, dass man in einer Großstadt sei! Fotos vom Campus muss ich auch mal machen. Ich bin auf jeden Fall froh, nicht direkt dorthin gezogen zu sein. "Dahlem-Dorf" hat zwar Charme, und es ist irgendwie auch lustig, dort zu studieren, aber in den Villen gibt es aus gutem Grund kaum Studentenwohnungen! ;-)
Meine erste Uni-Veranstaltung war eine Soziologie-Vorlesung zusammen mit vielen Soziologen und einem Prof., der leider ziemlich schlechtes Englisch spricht. Es war nicht unheimlich spannend, aber ich will mal noch nicht vorzeitig urteilen. Auf jeden Fall kann es nicht schaden, mal was über Theorien, Durkheim oder Weber zu hören.
Unser Master (35 Studenten) ist sehr international, neben Deutschen hab ich schon eine Chinesin, eine Französin, zwei Ukrainerinnen und mehrere Amis getroffen. Für letztere ist es ein ziemlich spannendes und beängstigendes Erlebnis, der Semesterbeginn an einer deutschen Uni… hier werden sie nicht an die Hand genommen, sondern müssen sich selbst um alles kümmern und sich informieren – wird Zeit, dass sie mal erwachsen werden! ;-) Das soll aber nicht heißen, dass es keine Hilfe und Ansprechpartner gibt, und auch eine Fachschaft ähnlich der I'ES hat sich uns schon vorgestellt. Ach ja, und von der (sehr klassischen) Vorlesung gerade (die glaube meine einzige VL ist, alles weitere sind Seminare) war ein Amerikaner sehr verstört, da er Frontalunterricht ohne Beteiligung der Studenten absolut nicht kannte. Interkulturelle Erfahrungen gibt's im Studium also noch nebenher :-)
Nach der Vorlesung bin ich dann auf direktem Weg nach Hause gefahren, so wie Google das vorgeschlagen und der analoge Stadtplan unterstützt hat. Es ist eine schöne Strecke, komplett mit Radweg und durch wunderschöne Villenviertel, vorbei an einigen Botschaften (ich kannte nur die Fahnen nicht), immer eben hin, fast 5 km, und dafür hab ich 15 Minuten gebraucht. Mit der S-Bahn (5 Minuten hinlaufen, einmal umsteigen) dauert das 10 Minuten länger. Da weiß ich, wo ich wieder meinen täglichen Sport bekomme! :-)
Im Moment findet in Berlin das Festival of Lights statt, während dem sehr viele Gebäude und Sehenswürdigkeiten bunt angestrahlt werden. Das werde ich mir diese Woche auf jeden Fall mal anschauen und versuchen, ein paar Bilder zu machen.
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