Mittwoch, 9. September 2009

Erster Besuch und erster Ausflug: Carcassonne

Mein erster Besuch: Verena und ihre Freundin Anja in Perpignan!

Sie sind mit dem Bus hergekommen und waren Montag früh um 7 da. Wir haben uns gleich in der Stadt getroffen und zusammen gefrühstückt. Anschließend wurden das Office de Tourisme, ein Reisebüro und der Bahnhof besucht, um Ausflüge für die nächsten Tage. Und da hatte ich mein erstes Erfolgserlebnis: Ich kam mit der Sprache ziemlich gut zurecht! Konnte mich verständlich machen und hab mein Gegenüber verstanden! Am Abend davor saß ich über eine Stunde mit meinem Vermieter zusammen, wir haben Mietvertrag gemacht und noch andere wichtige Fragen geklärt – da ging das auch schon so gut! :-)

Gegen Mittag bin ich dann mit Luise und Tilo zum ersten mal an die Uni gefahren. Es ist eine Campus-Uni! :-) Nicht die schönste, d.h. die Gebäude sind etwas älter, aber es gibt viele große Kiefern und ich finde das hat ein voll schönes Flair. Es war Tag der offenen Tür, und so konnten wir uns gleich wieder mit Infomaterial eindecken. Irgendwann in den nächsten Tagen muss ich noch mal hin und die ganze Anmeldung und so machen.

Gestern war es echt heiß in der Stadt, und es ging kaum ein Lüftchen. Darum haben wir kurzerhand entschlossen, noch an den Strand zu fahren. Mit dem Bus dort angekommen, war jedoch ganz anderes Wetter: Vom Wasser her kam ein ganz starker Wind! So hat man auf keinen Fall geschwitzt, und es gab richtig schöne Wellen, in die Anja und ich uns dann auch reingetraut haben – war toll!

Abend haben wir dann toll gekocht, mein Gemüse vom Markt muss ja aufgebraucht werden – war lecker!

Am Dienstag stand ein toller Ausflug an: Mit dem Zug sind wir, erst an der Küste entlang, dann durch schöne Landschaft hindurch, nach Carcasssonne gefahren. Dort gibt es eine riesengroße Festungsanlage. Durch die Stadt sind wir darauf zugelaufen, und es sah schon voll schön aus!

Nachdem wir den Berg hochgelaufen sind und das Tor durchquert haben, eine Überraschung: innerhalb der Mauern befindet sich gar nicht nur eine Burg, sondern eine ganze Stadt! Uralt, niedlich, enge Gassen, unzählige Geschäfte und Gaststätten und Cafés… und Touristen! Der Sprache nach zu urteilen hätte man auch irgendwo in Deutschland sein können!

Blick nach unten auf die "Ville-Basse" am Fuße der Festung (wohin vor einigen Jahrhunderten das gemeine Volk ziehen musste).

Als erstes haben wir dort die eigentliche Burg besucht, wobei wir davon Nutzen ziehen konnten, dass wir EU-Bürger unter 25 sind – die seit diesem Jahr kostenlos in französische Museen können! War voll schön, auf den Mauern herumzulaufen und die Aussicht zu genießen!

Blick über La Cité, die Festungsstadt.

Anschließend sind wir einfach durch die Gassen gebummelt und haben es uns – wieder bei Sommerwetter – gut gehen lassen.

Nach der Festung haben wir noch die Stadt am Fuße des Berges besucht, einen Milchshake geschlürft und durch ein paar Geschäfte geschlendert. Halb 8 ging es dann wieder zurück nach Perpignan.

Auch auf den tollen Maghreb-Markt hat es uns wieder verschlagen, wo wir 2 kg Gemüse für 1€ gekauft haben und abends in eine super leckere Gemüselasagne verwandelt haben. Außerdem haben wir uns in eine der Bäckereien getraut, und fremd aussehende teile gekauft... die extrem süß sind, aber ganz gut schmecken - man muss sich nur trauen! :-)

Sonntag, 6. September 2009

Markt und Meer

Zu allererst: Ich habe ein Fahrrad!! :-)
Tilo hat mir heut geholfen, es erstmal fahrtüchtig zu machen. Es musste der Schlauch geflickt werden, und in den nächsten Tagen brauch ich auch mal noch einen neuen Mantel für das Hinterrad, aber es geht erstmal! :-)

Damit haben wir uns heut auch gleich auf Radtour gemacht: Gegen Mittag sind wir etwa eine Stunde nach Canet-Plage, ans Meer gefahren. Die Fahrt dorthin war voll schön, es ging durch Einfamiliensiedlungen aber auch zwischen Weinfeldern und toller Landschaft hindurch, und es hat wie Süden gerochen!
Canet ansich ist nicht besonders schön, am Strand steht halt direkt ne Hotel-Zeile. Aber der Strand selber ist gaaanz breit und schöner Sand und so hatten wir heut Urlaub pur! Es waren paar Wellen im Meer, so hatten wie viel Spaß im Wasser! Wir konnten es garnicht so richtig glauben, dass das für uns aber nicht "nur" Urlaub ist, sondern dass wir so nah am Mittelmehr WOHNEN! Schon toll! :-)

Das erste Highlight des Tages gab es schon am Vormittag: Zur dritt haben wir uns auf den Weg ins Maghreb-Viertel zum Markt gemacht. Toll, dort! Unglaublich viel frisches Obst und Gemüse, Fleisch, natürlich Klamotten, Haushaltswaren etc.... Da haben wir uns für die Woche eingedeckt: Obst und Gemüse das Kilo 1 €, Honigmelone für 1 €, 4 große Zwiebeln für 40 Cent etc. Meine Küche wurde auch um ein Schneidebrett, ein spitzes Messer und einen Korkenzieher (übrigens ein "tire-bouchon", wurde mir gesagt, als ich nach "cet chose là" gefragt hatte ;-)) bereichert.
Die Lebensmittel sind frisch und um einiges billiger als im Supermarkt, ich glaub dorthin geht es jeden Sonntag! Und dann gibt's leckere Gemüsepfannen.

Das ist der Blick über den Têt-Fluss zu "meiner Wohnseite" nach Sonnenuntergang:

Und das ist für Flo :-)

Samstag, 5. September 2009

Perpignan erkunden

Mein zweiter Tag (ich kann es gar nicht glauben, dass es erst der zweite ist, es fühlt sich irgendwie schon viel länger an!) war gut ausgefüllt.
Nachdem ich ausgeschlafen hab (was ich gar nicht gemerkt hab, weil es wegen der Fensterläden so dunkel in meinem Zimmer war dass ich dachte es sei noch früh), ging es um 11 los in die Stadt. Ich bin einfach durch die Gegend gelaufen, hab tolle Ecken entdeckt, und das ganze auf mich wirken lassen. Hat viele tolle Aspekte, die Stadt: viel Grün, und zwar Bäume, Palmen, Blumen, Kakteen, riesen Platanen…

Die Altstadt besteht aus super-engen Gassen, das ist wunderschön! Da bin ich einfach durchgeschlendert, vorbei an Cafés, Musikern und auch vielen Deutschen.

Hab mich auf den Weg zu "Festung der Könige von Mallorca" gemacht, die die Stadt überragt. Obwohl sie auf einem Hügel steht, sieht man sie von der Stadt aus gar nicht. Und da sind die Häuser noch nicht mal hoch! Aber ich hab festgestellt, dass das an den engen Gassen liegt: Man hat gar keine Möglichkeit, irgendwas zu sehen. Dort oben hab ich mich ein ganzes Stück aufgehalten und den Ausblick in alle Richtungen genossen: Stadt, Berge, Meer… alles da! :-)
Der "Hausberg" von Perpignan: Der 2784 m hohe Canigou in den Pyrenäen:
Und auf der anderen Seite sieht man am Horizont das Meer!
Die ganzen roten Dächer... voll schön!

Anschließend hab ich einige Gebäude besucht, in denen zur Zeit eine tolle Fotoausstellung stattfindet. Es nennt sich "VISA pour l'image" und ist eine internationale Journalisten-Fotos-Ausstellung. Es geht um Themen wie Krieg in Afghanistan, Obama, arme Frauen im Bundesstaat New York und ganz viele andere Sachen. Die Ausstellung findet glaube an 7 Stellen in Perpignan statt und scheint was ganz großes zu sein, es sind viele internationale Gäste da.
Anschließend war ich ganz schön fertig vom rumlaufen und von der Sonne. Sie hat heut nämlich richtig schön geschienen, und wenn kein Wind ging war es auch richtig warm, aber sobald man im Schatten war und Wind ging (was hier wohl immer so ist) hätte man sich glatt was drüberziehen können.

Gegen um 5 war ich dann wieder zu Hause. Und da war mein Vermieter mit seinen 2 Söhnen Hugo (10) und Gabriel (7) gerade dabei, mein Hochbett aufzubauen. Und da hab ich mich gleich mal dazugesellt. So wurden wir schneller fertig. Ging leider alles nur per Hand, ich hätte mir nen Akkuschrauber gewünscht! Aber hat trotzdem funktioniert :-) Wie erwartet kann ich heute noch nicht drin schlafen, weil er das Bett noch an der Wand festschrauben will – aber nicht morgen, weil da ist ja Sonntag. Also am Montag dann :-)
Aber ich beklag mich nicht! Er hat nämlich jetzt noch auf meinen Wunsch das halbe Zimmer umgeräumt! Mein Kleiderschrank stand im Bad und das fand ich nicht schön, und jetzt steht er in meinem Zimmer und alles noch bissl anders… Fotos folgen, sobald ich dann mal richtig eingezogen bin.

Jetzt Abend werd ich wieder mit Luise und Tilo losziehen, irgendwo ist live-Musik.
(Das war gestern: Tilo mit 2 Mädels :-))

Morgen geht es dann hoffentlich ans Meer. Wahrscheinlich sogar mit Fahrrad! Ich krieg eins von meinem Vermieter, damit hab ich ihn heut auch noch bissl gestresst… "die Deutschen…" wird der sich denken! ;-) Und ich muss die Geduld mit den Franzosen lernen.

Das hier ist mein Haus:
Das linke untere Fenster (blau) und das an der Seite gehört zu meinem Zimmer.

Und diesen faulen Hund hab ich heute noch gesehen:

(Wenn ihr auf die Bilder klickt, öffnen sie sich groß.)

Freitag, 4. September 2009

Mein 1. Tag

Meine erste Nach hab ich gut geschlafen. Wegen der Fensterläden, die ich nachts zumachen soll, war es allerdings stockdunkel und wird früh nicht hell, daran muss ich mich erst gewöhnen. Bin also heut freu aufgestanden und hab meine "Wohnung" erstmal erkundet. Die Küche ist mit Töpfen, Pfannen und Besteck gut ausgestattet, 3 Teller und Schüsseln sind ebenfalls da. Was komischerweise fehlt sind Gläser und Tassen, ich hab lediglich Plastebecher gefunden. Mal schauen, ob sich da noch was ergattern lässt. Voll komisch ist, dass ich im Erdgeschoss wohne, das wirklich fast ebenerdig ist und dann noch direkt an der Straße… wenn man die Fenster bissl auf hat, könnte man denken, die Gespräche draußen fänden im Nachbarzimmer statt. Hab vorhin schon zweimal nachgeguckt, ob die Haustür auch wirklich zu ist ;-)
Woran ich mich auch gewöhnen muss, sind die Gerüche… sowohl in der Wohnung als auch draußen… irgendwie riecht es ganz anders als bei uns.

Mein erster "Ausflug" führte mich heute zu Lidl. Nicht, weil es Lidl ist, sondern weil es schlicht der nächste Supermarkt ist. Wobei ich es nicht schlecht fand, einige bekannte Produkte zu finden. Viel gekauft hab ich noch nicht, hab eh keinen Appetit im Moment (das war damals in Amerika die ersten Tage genauso), aber ich hab mich erstmal mit grundlegenden Sachen wie Pfeffer und Salz, Essig und Öl, Lappen, Fit, Milch, Butter etc. eingedeckt.

Am liebsten würd ich auch schon anfangen, mein ganzes Zeug einzuräumen (auch wenn es ja soviel gar nicht ist), aber ich wart besser noch bis Sa, wenn mein Zimmer dann vollkommen fertig ist. Im Moment bin ich ja noch alleine hier und bewohne sozusagen beide Zimmer inkl. Küche. Doch ab nächster Woche wird in dem anderen Zimmer noch jemand bzw. noch 2 Bewohnerinnern sein (das wird ganz schön eng… ich hoffe, die kommen da zurecht), und dann muss ich auch die Küche, die in meinem Zimmer ist, teilen. Bin mal gespannt. Im Moment wär es mir am liebsten, wenn ich einfach weiterhin hier allein sein könnte. Andererseits Mag ich alleine wohnen eigentlich gar nicht und bin viel mehr ein WG-Mensch. Hm… ich denke, ich lass mich einfach überraschen, und hoffe, dass das nette Mädels sind, mit denen ich dann gut klarkomme. Wenn ich es richtig verstanden hab, ist es eine Britin und eine Tschechin.

Nagut, ich werde mich jetzt mal wieder auf den Weg machen, Umgebung und Stadt zu erkunden, und Luise zu treffen.

Teil 2:

Ich hatte einen tollen Nachmittag. Erst hab ich Luise in ihrer kleinen Wohnung mitten in der Innenstadt besucht. Ist wirklich toll dort! Und auch die Stadt an sich ist voll schön, ganz viele kleine Gassen und Geschäfte und Cafés… morgen werd ich das alles noch intensiver erkunden. Nachdem wir stundenlang bei ihr zu Hause gequatscht haben (tat gut! :-)), sind wir noch bissl rumgelaufen, unter anderem zur Touri-Info, um mich mit Stadtplänen und Info-Material auszustatten.

Gegen um 5 war ich dann wieder zu Hause und habe sehnsüchtig auf meinen Vermieter gewartet, weil wir das Internet installieren wollten. Als er dann kam, hat er mir erstmal gesagt, dass ich mir einen USB-Stick von "Orange" (frz. Telecom) kaufen muss, und nur so ins Internet kann. Da ich das anders kenne, haben wir es erstmal ohne versucht, d.h. einfach den Netzwerk-Schlüssel eingeben und auf geht's. Leider hat das nicht funktioniert :-( Bis ich mir morgen den Stick gekauft hab, wollte er mir dann seinen Laptop runterstellen, dass ich wenigstens mal online gehen kann. Doch: auch er kam nicht rein ins Internet. Und: nachdem er endlich jemanden telefonisch erreichen konnte, meinte der, dass es bis Mo oder Di dauern kann, dass das wieder geht. *arrghhh* Das find ich ganz schön doof!! :-( Hab mich doch schon so auf's Skypen gefreut! Ich werd morgen mal ein Internet-Café suchen, dass ich mich wenigstens mal per Mail melden und bloggen kann, aber das is trotzdem doof… wenn man das Internet zu Hause hat ist das schon alles einfacher… und man fühlt sich näher an zu Hause :-) Hmmm naja ist äußerst schade, aber kann man leider nix machen. Ich kann ja nicht mal meinen Laptop mit zu Luise nehmen, weil sie auch keine Möglichkeit hat, online zu gehen. Ok, also schaff ich das auch :-) Juhu, morgen wird mein Bett gebaut! Obwohl es vielleicht auch erst Sonntag fertig sein könnte… Luise hat erzählt, wenn sie eines in der Woche hier in Frankreich gelernt hat, dann ist es, geduldig zu sein. Na gut, da versuch ich das auch einfach mal. Und ihr müsst euch auch gedulden, bis ich mich regelmäßig melden kann und erreichbar bin.

Anreise, Teil 2: Je suis arrivée!

So, ich bin da, in Perpignan, in meinem Zimmer. Leider noch ohne Internet, das kommt morgen. (ich schreib trotzdem schon mal, weil alles frisch ist)

Mit einem komfortablen Reisezug (das erklärt auch den Preis) bin ich etwa 2 Stunden von Girona nach Perpignan gefahren. Dabei ging es durch tolle Landschaft: links die Berge, rechts das Mittelmeer, und viele Bäume und Palmen und tolle Häuser mit roten Dächern… richtiges mediterranes Feeling.
Von Perpignan selber hab ich noch nicht viel gesehen. Am Bahnhof angekommen, hab ich mich davor gestellt und gewartet, meine blaue Reisetasche und mein roter Rucksack, die ich in meiner Mail angekündigt hatte, gut sichtbar vorher. Mein Vermieter, der mich abholen wollte, hatte schon angekündigt, dass es etwas später werden kann. Naja und so stand ich halt da und hab viele Männer, die aussahen, wie wenn sie jemanden abholen wollen, lieb angelächelt, in der Hoffnung, dass es der richtige ist. Einer ist die ganze Zeit umhergelaufen und hat jemanden gesucht, da hab ich ihn dann irgendwann angesprochen (jetzt wenn ich so drüber nachdenk, war das glaube mein erstes "Gespräch" mit einem echten Franzosen – von Lehrern abgesehen), aber er war nicht der richtige… Aber dann kam doch gleich einer auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich Anika bin. Ein netter Mann, dunkelhäutig, Alter kann ich nicht schätzen… vllt. 40. Er hat mich also abgeholt und wir sind nach Hause gefahren. Und er hat versucht mit mir zu reden. Aber das war gar nicht so einfach! Ich hab sooo viel nicht verstanden! Und noch schlimmer is das sprechen… somal mir nicht nur viele Wörter fehlen, sondern auch so kleine Wörter, die man immer verwenden kann, wie z.B. das englische "put" oder "thing". Gut, aber ich denke das kommt mit der Zeit. Muss ja, deswegen bin ich ja hier! :-) Das gute ist: Er kann auch bissl Englisch, und wenn ich was partout nicht verstanden hab, dann hat er's auf englisch versucht. Ich denk, die Sprachbarriere werd ich am Anfang schon haben… als ich in Amerika ankam hab ich von Anfang an mehr verstanden und sagen können. Aber ich nehm jetzt einfach mal optimistisch an, dass das mit jedem Tag besser wird, und hör auf, euch damit die Ohren voll zu heulen ;-)

Ich bin jetzt also in "meinem" Zimmer. Obwohl, noch nicht ganz. Das ist hier ein Haus, in dem oben eine frz. Familie wohnt, und unten haben sie 2 Zimmer, die sie an ausländische Studenten vermieten. Das eine ist eher klein, hat 2 Betten und Schreibtisch, Schrank etc. Das andere ist größer: da ist eine kleine Küche drin, eine Ausziehcouch sowie ebenfalls Schreibtisch etc. Das Zimmer is meine, wobei ich die Küche mit den anderen aus dem anderen Zimmer teilen werde. Da ist aber noch keiner da. Und da der Vermieter in "mein" Zimmer am Sa erst noch ein Hochbett (1,40m!) einbauen muss, schlaf ich heut und morgen zunächst in dem anderen Zimmer. Hier unten haben wir außerdem Klo und Bad, mit Waschmaschine.. also alles was man braucht. Und vielleicht krieg ich auch noch ein Fahrrad geliehen, aber das hab ich vorhin nicht so ganz verstanden ;-)

Nachdem wir also zu Hause waren, hat er erstmal schnell Nudeln gekocht und wir haben zusammen gegessen… inklusive Käse und Wein! Er war auch sehr traurig, dass er keine Zeit hatte, was "richtiges" zu machen, aber will das nachholen :-) Haben uns so bissl unterhalten, das geht mal besser und mal schlechter.

Tja, und morgen wird ich mich dann auf die Socken machen und Perpignan (oder zumindest schon mal meine unmittelbare Umgebung) erkunden. Außerdem will ich mich mit Luise treffen. Und dann hoffe ich, dass das morgen mit dem Internet klappt, und dass ich vielleicht auch schon das Fahrrad nutzen kann… aber jetzt muss ich erstmal ins Bett, bin mittlerweile ganz schön müde.
Mal schauen was mich morgen erwartet… on verra.

Anreise, Teil 1

Heute ist es also soweit: Auf nach Frankreich!
Im Moment sitz ich grad in Girona (Spanien) am Bahnhof, sozusagen auf der Hälfte der Strecke. Flug liegt hinter mir, die Bahnfahrt nach Perpignan noch vor mir.

Perfektes Timing, könnte man sagen: In Deutschland hält der Herbst Einzug, und ich fliege in den Süden, um noch ein paar Wochen (?) Sommer zu haben.
Mein Start in Altenburg war mit einigen Turbulenzen verbunden… es hatte grade angefangen zu schütten, der Start war sehr wackelig und die Wolkenschicht sehr dick. Und noch dazu haben wir einen Blitz gesehen, verbunden mit einem etwas komischen Geräusch. Später, als wir dann über den Wolken in ruhigem Flug waren, hat sich der Pilot gemeldet und erklärt, dass der Blitz wohl bei uns eingeschlagen hätte (wenn ich das richtig verstanden hab), aber das nix ungewöhnliches und nix schlimmes ist. Ok… mal was anderes ;-)
Ansonsten verlief der Flug ruhig. Wegen der vielen Wolken konnte ich aber diesmal nicht die Alpen sehen. Erst als wir am Mittelmeer waren, hat es aufgeklart. Bin in Girona gelandet und dann mit dem Bus in die Stadt gefahren, ging ohne Probleme. Als wir an den Stadtrand kamen, haben mich erstmal Mediamarkt, Bauhaus und Lidl begrüßt :-) Hier ist es auch nicht sonnig, aber sehr warm und schwül. Sommer eben! :-)

Ich kann es noch immer nicht so richtig realisieren, dass ich jetzt 4 Monate hier unten bin… im Moment fühl ich mich so ähnlich wie letztes Jahr im Frühjahr, als ich auch hierher geflogen bin und für eine Woche Nine in Barcelona besucht hab. Aber diesmal bekomme ich Besuch! :-)

Ok, jetzt muss ich noch reichlich eine Stunde rumbringen, und dann geht's weiter.
Liebe Grüße aus Spanien nach Deutschland!

Mittwoch, 2. September 2009

Auf geht's!

Jetzt ist es soweit: morgen geht es los, auf zum Auslandsstudium in Perpignan, Frankreich.

Ist schon alles bissl komisch... ich glaube, das ist bei mir noch garnicht so richtig angekommen, dass ich jetzt erstmal 4 Monate in Frankreich leben werde. Noch dazu die Uni wahrscheinlich erst am 21.9. losgeht, und ich im September dreimal Besuch bekomme... da ist das erstmal eher wie Urlaub :-)

Meine Taschen sind gepackt, gleich gibt's noch ein Abschieds-Abendessen mit Oma und Opa - und morgen Mittag flieg ich dann von Altenburg nach Girona (Spanien). Von dort per Zug nach Perpignan.
Mein Vermieter holt mich dann vom Bahnhof ab, und vorhin hat er mir geschrieben, dass ich auch bei ihm zum Abendessen eingeladen bin! :-)
Und am Freitag Vormittag kommt Luise (eine Kommilitonin von mir, die ebenfalls ein Semester in Perpignan ist) mit ihrem Freund vorbei, die jetzt schon ein paar Tage dort sind. Bin gespannt, was die alles so berichten!

Nun denn - ich meld mich wieder, sobald ich Internet und Zeit hab!

Dienstag, 1. September 2009

Wanderwochenende, Klappe II

Nachdem unser Wanderwochenende im Kleinwalsertal im Juli ins Wasser fiel, wollten wir es nochmal wissen! Am letzten Augustwochenende sollte es für Mutti, Vati und mich auf Hüttentour ins Zillertal gehen. Diesmal wollten wir nur fahren, wenn der Wetterbericht gut ist. Naja... für Freitag und Sonntag war er das auch, Samstag war das Wetter sehr wechselhaft angesagt... aber man hofft ja immer auf das Beste und dass sich der Wetterdienst ja auch irren könnte, und so haben wir uns Freitag früh um 6 auf den Weg in die Berge gemacht.

Unser Plan war, am Freitag auf die Berliner Hütte aufzusteigen (ca. 3 Stunden, schön zum Einwandern). Am Samstag sollte es dann über die Scharte zur Greizer Hütte gehen, mit 7 Stunden eine schöne Tagestour. Das ist eine Etappe des Berliner Höhenwegs. Und am Sonntag stand dann der Abstieg von der Greizer Hütte zurück ins Tal an, wieder nur etwa für einen halben Tag.
Soweit der Plan... doch es kam etwas anders.

Am Freitag hat alles gut geklappt. Per Auto und Bus sind wir an unseren Ausgangspunkt auf 1200 m üNN gelangt. Zunächst ging es hinein ins Tal, auf einer relativ langweiligen Forststraße, aber das war schon ok. Es ging allmählich bergauf, immer höher, den Gletscher im Blick - nur die Hütte hat sich lange vor uns versteckt! Das Wetter war super, warm und meist sonnig.
Und weil wir sehr gut in der Zeit lagen, konnten wir, bevor es dann noch eine halbe Stunde steiler zur Hütte hochging, uns noch eine gemütliche Rast am Bach gönnen.
Und hier war sie dann, die Berliner Hütte auf 2042 m:
Die Berliner Hütte ist mit 178 Schlafplätzen eine der größten Hütten und steht sogar unter Denkmalschutz. 1879 gebaut, wurde sie bist 1910 viermal erweitert - kann man sich kaum vorstellen, dass sich das Wandern zu dieser Zeit schon so großer Beliebtheit erfreuen konnte!
Oben genehmigten wir uns erstmal ein Bier/Radler, und ließen den Tag auf der Terrasse ausklingen.

Bei relativ schönem Wetter eingeschlafen, erwartete uns dann früh die Überraschung: Nebel! Die Sicht reichte etwa 20m. Nicht schön zum Wandern, aber wenigstens hat's nicht richtig geregnet, nur so gesprüht, und deshalb haben wir uns trotzdem auf den Weg gemacht. Es ließ sich gut laufen, nur war es unendlich schade dass man überhaupt nichts sehen konnte. Und aus dem Nebel wurde teilweise richtiger Regen, das war ganz schön nervig. Wir waren auch bald innen und außen nass - vom Regen und vom Schwitzen (war ja der Aufstieg).
Nach etwa 2 Stunden, ca. 200 Höhenmeter unter der Scharte, wo wir den Grat überqueren wollten, fing es plötzlich an zu gewittern. Und da wurde uns dann etwas anders. Hoch oben im Gebirge, auf dem Grat, ist das vielleicht keine so gute Idee... Blitzableiter zu spielen, darauf hatten wir keine Lust. Noch 6 andere Wanderer, die auf der selben Tour waren, haben entschlossen, wieder umzukehren. Ungern, aber einsichtig, haben wir uns entschlossen, das selbe zu tun. War aber auch die richtige Entscheidung. Wir wussten, dass uns weiter oben Seilsicherung erwartet (also Seile an den Felsen, an denen man sich festhalten kann), und die sind aus Metall - das ist bei Gewitter sicher auch nicht die beste Idee.
Tja, und so sind wir wieder zur Berliner Hütte abgestiegen und waren mittags zurück. Nachdem wir uns aus unseren nassen Sachen geschält haben und eine heiße Suppe uns wieder Lebensgeist eingehaucht hat (naja, ganz so schlimm war's nicht ;-)), wurde Kriegsrat gehalten. Auf Absteigen hatten wir alle keine Lust, somal der Wetterbericht für Sonntag gutes Wetter versprach. Und so haben wir beschlossen, eine weitere Nacht auf der Hütte zu bleiben, und am nächsten Tag erneut über die Scharte ins Nachbartal zu wandern. Von dort wollten wir dann aber nicht noch zur Greizer Hütte hoch, sondern dann gleich ins Tal absteigen.
Samstag Nachmittag haben wir also auf der Berliner Hütte mit Lesen und Karten spielen verbracht, auch nicht schlecht! :-)

Unser Ausharren wurde schließlich belohnt: Als wir am Sonntag früh halb 7 aufgestanden sind, war keine einzige Wolke am Himmel, und die Sonne schien schon die ersten Gipfel an! Also nix wie los! :-)
Ein letzter Blick auf unsere Unterkunft...
Und dann ging es los, der Sonne entgegen!
Jetzt konnten wir erstmal sehen, was wir am Vortrag verpasst haben, und haben intensiv die wunderschöne Aussicht genossen! Sonnenaufgang auf über 2000 m... das hat man nicht alle Tage! :-)
Unser Ziel war diese Scharte (die Einbuchtung) da oben, wo wir den Gebirgszug überqueren konnten:
Der Weg dorthin war nicht sonderlich schwer oder gefährlich, und so fanden wir uns nach etwa 2,5 Std. auf 2870 m wieder.
Von hier kamen wir... ... und hier ging's weiter.
Nach einer kurzen Rast ging es nun also bergab. Zunächst mit Seilsicherung, aber auch das war nicht besonders gefährlich... sah z.T. schlimmer aus, als es eigentlich war.
Je weiter wir nach unten kamen, desto grüner und wärmer wurde es. Hier ein Blick in das Floitental, an dessem Anfang unser Auto auf uns wartete.
Kurz bevor wir im Tal waren, wartete noch ein Highlight auf uns: Wir mussten eine 5 m lange Leiter, die am Felsen lehnte, runter! Mal was anderes.
Nach 1000 m Abstieg waren wir dann unten im Tal angelangt. Noch schnell rauschendes Wasser überquert...
... und dann ging es wieder eine Forststraße nach vorn.
In den letzten 2 Stunden mussten wir jedoch trotzdem nochmal 900 Höhenmeter nach unten... und diesen langen Abstieg haben wir am nächsten Tag in Waden und Oberschenkeln gemerkt!
An einer Alm wurde noch gerastet und Kaiserschmarr'n geschlemmt... und dann waren wir nach einem langen Tag wieder am Auto.
Hier ein letzter Blick auf den Gletscher am Ende des Floitentals.

Geschafft, aber glücklich, haben wir uns schließlich auf den Heimweg gemacht. Es war ein wunderschönes Wochenende! Auch wenn das Wetter am Sa nicht mitgespielt hat, war es am So umso schöner. Perfektes Wanderwetter- nicht heiß aber warm, wolkenlos und klar. Es war die richtige Entscheidung, am Sa abzubrechen, und die Tour aber am nächsten Tag nachzuholen. Bei Nebel hätten wir nichts davon gehabt, noch dazu wäre es gefährlich gewesen. So konnten wir die traumhafte Landschaft um uns herum genießen. Einfach super! :-)