Dank fast leerer und schneefreier Straßen kamen wir bereits nach 8 Stunden in Trier an. Unterwegs fuhren wir durchweg durch schneebedeckte Landschaften. Durch den Schnee und die Sonne sah Deutschland heut um einiges schöner und weniger trostlos aus, als ich das am Dienstag früh auf meiner Heimreise empfunden hatte!
Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten, hieß es, Trier ein wenig zu erkunden. Ich war zwar vor langer Zeit schon mal hier gewesen, aber außer an die Porta Nigra konnte ich mich an nichts erinnern.
Entlang der Mosel im Sonnenschein (aber leider eisiger Kälte) konnte man schön den Nachmittag verbringen. Und die alten Römerbauten (v.a. die Porta Nigra) hatten mich dann (doch) an Nîmes erinnert, das ja ebenfalls von den Römern geprägt wurde.
Am Montag ging es mit dem Bus nach Luxemburg. Hier befindet sich auf dem Kirchberg ein recht neuer und moderner Stadtteil, der fast ausschließlich aus EU-Institutionen besteht - wow! :-)
Als erstes stand ein Besuch beim Rechnungshof
(Arbeitssprache: Englisch und Französisch)
Anschließend fuhren wir in die Stadt, um zum Amt
(Arbeitssprache: Französisch und Englisch)
Abgerundet wurde dieser erste Tag vom Besuch
der Europäischen Investitionsbank, wo uns ein Slowake in deutsch und englisch einen Vortrag gehalten hat. Am faszinierendsten für mich war die tolle Architektur des erst vor ein paar Jahren fertiggestellten Gebäudes.



(Arbeitssprache: Französisch und Englisch)
Im Anschluss hatten wir noch Zeit, die Altstadt von Luxemburg zu besichtigen. Durch die tiefen Täler, die die Stadt durchziehen, bekommt sie einen ganz besonderen Charme, wirklich schön!
Auch am Dienstag ging es nochmal auf den Kirchberg.
Den Vormittag verbrachten wir im EuGH, dem Gerichtshof der Europäischen Union, wie er seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon am 1. Dezember 2009 heißt.
(Arbeitssprache: Französisch)
Im Anschluss daran ging es ins Übersetzungszentrum.
(Arbeitssprache: Englisch)
Noch am Dienstag Abend sind wir dann mit dem Bus weiter nach Straßburg gefahren.
Am Mittwoch Vormittag statteten wir dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (kein Organ der EU, sondern des Europarates) einen Besuch ab.
(Arbeitssprache: Englisch)
Danach ging es nebenan ins Europäische Parlament.
(Arbeitssprache in den Ausschüssen und Delegationen: Englisch)
Am Abend hatten wir Gelegenheit, die Altstadt von Straßburg zu besichtigen. Sie ist wunderschön, und die Zeit war viel zu kurz, aber hier werd ich auf jeden Fall nochmal wiederkommen!
Den Abschluss bildete am Donnerstag Morgen der Besuch beim Europäischen Bürgerbeauftragten, an den sich jeder Unionsbürger mit Problemen bei der Verwaltung der Institutionen etc. wenden kann.
(Arbeitssprache: Englisch)
Anschließend machten wir uns wieder auf die Heimfahrt.
Für mich war es sehr interessant, durch die Besuche einen besseren Einblick in die Arbeitsweise der Organe und Institutionen zu bekommen, und auch mal Fragen stellen zu können, die einem keine Bücher oder der Prof beantworten kann.
Nachbemerkung:
Ich habe einen Schwerpunkt auf die Sprache gelegt. Irgendwie war es das, was mich bei der Exkursion mit am meisten fasziniert hat... Leute zu treffen, die fließend so viele Sprachen sprechen können!
Außerdem war ich fast ein bisschen erschrocken, welch großen Stellenwert das Französisch als zweit- oder gar wichtigste Arbeitssprache hat. (In den Organen herrscht zwar Mehrsprachigkeit mit allen aktuell 23 Amtssprachen der EU, aber die Arbeitssprachen sind zur internen Verständigung und leichterer Zusammenarbeit wichtig.)
Das hat mich jedoch nur bestätigt in meiner Entscheidung, mein Französisch zu verbessern. Der ERASMUS-Aufenthalt in Perpignan war dabei jedoch nur der Anfang, ich muss unbedingt nochmal nach Frankreich, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und vielleicht irgendwann zu perfektionieren.
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