Mittwoch, 27. Januar 2010

Tour de Provence

Teil 2: Sonnenschein, Lebensqualität und Hafenstadt

Noch am Mittwoch Abend ging es mit dem TGV von Avignon nach Aix-en-Provence. Dort übernachteten wir bei einem sehr netten "Couchsurfer": jemanden, den wir über das Internet gefunden haben und der uns bei sich zu Hause schlafen lassen hat.

Am Donnerstag wurden wir von der Sonne geweckt und starteten in einen tollen Tag in der Studentenstadt Aix.
Als erstes steuerten wir einen Bäcker an, um zu frühstücken... jedoch landeten wir auf einem Markt und konnten dies dort kostenlos tun: ein Stück Mandarine, 2 Stück Kekse, da Baguette in Olivenöl getaucht, hier noch ein Stück Mandarine... sehr angenehm! :-)
Aix hat, außer natürlich vielen Kirchen, einer römischen Therme und der Wirkungsstätten des Malers Paul Cézanne, keine besonderen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Aber es war die Stadt an sich, und ihr Flair, die uns begeisterten! Sie ist bekannt als die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in Frankreich, und ist ebenfalls Studentenstadt. Irgendwie konnte man das spüren, als wir durch die Gassen bummelten: überall wimmelte es von Menschen!
Man kann das kaum beschreiben und auch nicht auf Fotos festhalten, aber wir haben das sehr genossen - zusammen mit der milden Sonne.


Am späten Nachmittag (Donnerstag) erreichten wir dann das eigentliche Ziel unserer Reise: Die Großstadt Marseille.
Schon der Blick vom Bahnhof über die Stadt war beeindruckend!
Auf dem Weg ins Zentrum und alten Hafen durch die breiten Straßen mit viel Verkehr, gesäumt von großen, nicht immer schönen Häusern konnte man Marseilles Charakter als Hafen- und Arbeiterstadt erahnen.
Mit geliehenen Stadtfahrrädern haben wir uns auf den Weg zu unserem Hostel gemacht: entlang der Küste an den Stadtrand.

Auch Marseille ist, wie beispielsweise Barcelona, ringsum von Bergen umgeben. Und auch die Stadt selber ist keineswegs flach, sondern es gibt einge Hügel und Berge. So etwa, nur viel steiler, stell ich mir San Fransico vor :-)
All dies erkundeten wir am Freitag - wieder mit den praktischen Rädern.

der alte Hafen (Vieux Port)
... mit frischem Fisch

Mittagsrast im milden Sonnenschein...
... mit Blick über den Hafen zu den Bergen am Horizont...
... und zur Kirche, die hoch oben über der Stadt thront.

Am Nachmittag haben wir uns auf den Weg zu dieser Kirche gemacht, um die ganze Stadt einmal von oben zu betrachten.
Der 360°-Blick über die Stadt war echt toll - vom Hafen über die vorgelagerten Inseln, die Berge, die verschiedenen Stadtteile...
Anschließend sind wir nochmal an die Küste gefahren, um den Sonnenuntergang zu genießen, den wir am Tag zuvor knapp verpasst hatten. Auch wenn die Sonne leider nicht direkt über dem Meer, sondern hinter den Inseln untergegangen ist, war es wirklich schön!

hier nochmal der alte Hafen bei Abendstimmung

Am Samstag Vormittag, noch immer in Marseille, haben wir einen unverhofften aber traumhaft schönen Ausflug in die Natur unternommen. Auf einen Tipp hin sind wir zu den Bergen östlich der Stadt, die Calanques, gefahren und dort ein Stück gewandert.
Weiße Felsen mit grünem Bewuchs, die steil ins hellblaue Meer fallen - einer der schönsten Orte, die ich in Frankreich gesehen habe!
Als erstes ging es ein Stück nach oben, um einen Rundum-Blick zu haben.

Anschließend sind wir dann noch runter direkt ans Meer gelaufen und haben dort gerastet.
Am liebsten wären wir den ganzen Tag oder mehrere Tage dort geblieben! Doch leider mussten wir dann wieder los, da noch ein letzter Programmpunkt anstand.

Am späten Nachmittag sind wir mit dem Zug wieder zurück gefahren, aber nur bis Montpellier. Dort haben wir Jean besucht, der gerade von Perpignan zum Studium dorthin gezogen ist, und haben noch einen gemütlichen Abend verbracht.

Am Sonntag Abend kamen wir, nach 6 abwechslungsreichen Tagen, wieder im (leider verregneten) Perpignan an.

Es war eine super Reise!!

Dienstag, 26. Januar 2010

* Leben in Frankreich

Ich hab heut zum ersten Mal neue ERASMUS-Stundenten getroffen, die für das Sommersemester hier sind. Zwei Dänen waren mit beim Volleyball. Ich hoffe ich werde noch mehr kennenlernen!

Man merkt, dass die Tage wieder länger werden! Vor Weihnachten war es kurz vor um 6, als es dunkel wurde. Und jetzt wird es jeden Tag später: mittlerweile sind wir schon bei 18:15! Mir gefällt das.

Montag, 25. Januar 2010

Tour de Provence

Sechs Tage lang haben Luise und ich 4 1/2 Städte in Südfrankreich (größtenteils in der Provence) bereist. Mit Rucksack und Wanderschuhen bepackt hatten wir eine unerwartet abwechslungsreiche Zeit und viel Spaß! Züge haben uns von Stadt zu Stadt gebracht und in Hostels (Jugendherbergen) haben wir übernachtet.In jeder Stadt haben wir viel gesehen und das jeweilige Flair auf uns wirken lassen. Wir sind jedoch nicht von einer zur anderen Sehenswürdigkeit gehetzt, sondern haben das ganze entspannt angehen lassen. Unsere Ähnlichkeit in Sachen Ausdauer, Abenteuerlust, Unkompliziertheit, Flexibilität etc. haben dazu beigetragen, dass wir eine wunderschöne Reise zusammen hatten!

Von den Unmengen an Fotos muss ich jetzt versuchen, die schönsten auszusuchen - was mir sehr schwer fallen wird! Ich entschuldige mich jetzt schon für die hohe Anzahl ;-)

Teil 1: Römer und Päpste

Los ging es am Dienstag in Nîmes. Diese Stadt war früher eine römische Kolonie, und noch heute ist der Einfluss der Römer überall sichtbar.
Deshalb war unser erster Stopp der Besuch einer alten Arena.Sie ist etwa zweitausend Jahre alt und die besterhaltenste ihrer Art. Früher fanden hier Gladiatorenkämpfe statt, heute werden im Sommer Stierkämpfe ausgetragen.

Desweiteren gab es einen alten römischen Tempel...
... und ein Stadttor aus der gleichen Zeit.

Außerdem sind wir durch die Innenstadt geschlendert. Ähnlich wie Perpignan besteht sie aus kleinen Gassen, gesäumt von farbigen Häusern mit Fensterläden - wie überall in Südfrankreich.
Daneben gab es viele kleine Plätze mit Cafés - sehr gemütlich!
Zwischendurch mussten wir uns mal mit einer Flasche "Früchtetee" aufwärmen! :-)












Zum Abschluss haben wir noch einen Aussichtsturm erklommen und konnten über die Dächer der Stadt blicken.

Und dann ging es auch gleich noch weiter - nach Avignon.
Die Jugendherberge, in der wir Platz für eine Nacht gefunden hatten, befand sich auf einer kleinen Insel im Fluss Rhône, von wo aus wir einen tollen Blick über die Stadt hatten.
Um einen ersten Eindruck der (beleuchteten) Stadt zu bekommen, sind wir gleich abends nochmal losgezogen.

Am nächsten Tag hat es leider ab und zu geregnet, was uns allerdings von nichts abgehalten hat!
Avignon ist stark vom Mittelalter geprägt.
Der imposante Papstpalast (im 14. Jhd. gab es 7 Päpste in Avignon statt in Rom) und die vollständige Stadtmauer sind Zeugen davon.Blumen im Januar!

Bei dem Blick über die Rhône (leider ohne Fernsicht) fühlten wir uns sehr an Dresden und das Elbtal erinnert. Im Sommer, wenn alles grün und sonnig ist, ist das sicher noch viel schöner.
Tja, und das Bekannteste der Stadt - neben den Päpsten - ist sicherlich die Pont d'Avignon. Diese, im 14. Jhd. errichtet, überspannte einmal den Fluss. Nach mehreren Hochwassern wurde sie im 17. Jhd. jedoch nicht mehr aufgebaut, und ragt bis heute einfach bis mitten in die Rhône hinein.