Diese Woche befinden sich in Chemnitz etwa 50 Studenten aus aller Welt, v.a. aus China, Japan, Thailand, Australien, Laos, Indonesien, USA, UK, Deutschland etc.
Warum?
Hier findet das 3. Student World Forum des Academic Consortium 21 (AC 21), einer Vereinigung von 21 Unis, statt.
Die Studenten erwarten Workshops und Vorlesungen sowie einige Ausflüge. Unter anderem steht auf dem Programm: Besuch des VW-Werkes in Zwickau, Fahrt durch das Erzgebirge mit Stopp in Seiffen, Besuch von Dresden inkl. Frauenkirche, Grill-Abend am Wasserschloss Klaffenbach bei Chemnitz, Bierverkostung in der Braustolzbrauerei Chemnitz,...
Es wird den Studis also viel Abwechslung geboten.
Und was geht mich das ganze an?
Nein, ich gehör da nicht dazu. Aber ich bin eine der Chemnitzer Studenten, die die Gruppe für einen oder 2 Tage begleitet. Dabei haben wir nicht viel zu tun als zu schauen, dass alles glatt läuft, die die Mensa finden etc. Und dabei viele internationale Bekanntschaften machen und tolle Ausflüge genießen! :-)
Bereits am Sonntag Abend war ich mit bei der Welcome Reception im Hotel. Es war faszinierend... so viele Leute aus der ganzen Welt, alle so aufgeschlossen, offen, out-going, und ambitioniert! Ich hab mich gleich wieder nach New York zurückversetzt gefühlt - bei NMUN sind uns in etwa die gleichen Menschen (von der Art und Mentalität her) begegnet.
Heute war ich den ganzen Tag mit dabei. Früh standen 2 Vorträge an. Erst von unserer Prof. Neuss (internat. Politik) über die EU, und dann von einem Prof aus Südafrika (!) über irgendwas Technisches. Anschließend gab es Mittag in der Mensa - wo man natürlich wieder klasse ins Gespräch kommen kann.
Danach sind wir mit 2 Bussen nach Zwickau gefahren ins VW-Werk Mosel und bekamen dort eine Führung. Es war total spannend und interessant, das alles mal so zu sehen! Faszinierend, wie Roboter und Menschen in tollem Einklang miteinander Autos en masse produzieren (trotz Krise hat VW enorme Nachfrage nach Golf - der jetzt auch für die Abwrackprämie zugelassen ist)... leider durfte man dort keine Bilder machen (Betriebsgeheimnis und so).
Wieder in Chemnitz angekommen stand dann noch ein Besuch der Braustolzbrauerei an. Wer wollte bekam eine Führung, und wir konnten uns in gemütlicher Atmosphäre das Bier schmecken lassen und socializing betreiben :-)
Während des Tages und auch schon seit Sonntag sind mir (und auch anderen Deutschen, die mit eingebunden sind in die Sache) einige Sachen durch den Kopf gegangen, die doch ganz schön beachtlich sind...
- Die Weltsprache Englisch zum Beispiel. Da treffen sich Studenten aus ca. 10 Ländern oder so, und dank Englisch können wir uns alle ohne große Probleme miteinander unterhalten! Einfach nur faszinierend! (Klar gibt es welche, die der Sprache besser mächtig sind und manche, die man leider nicht besonders gut versteht, aber im Prinzip klappt das super.)
- Zum anderen wird man sich bewusst, welche Möglichkeiten uns heute offen stehen. Noch vor kurzem bin ich in New York mit Studenten aus 29 Ländern zusammengetroffen, und jetzt treffe ich sogar in Chemnitz Studenten aus Ländern, die auf der anderen Seite der Erde liegen. (Wenn man sich dann noch vorstellt, wie die Lage speziell in Chemnitz (bzw. Karl-Marx-Stadt) vor 20 Jahren noch aussah... wo selbst ein Besuch von München oder Hamburg unmöglich war!)
- Und Globalisierung. Gleich mehrfach. Zum einen die Technik, die mich schon lange begeistert. Ob ich nun in Phoenix in Jean und Dan's Wohnzimmer sitze und mit meinem Laptop über ihr W-LAN im Internet surfe, oder ob es eine Powerpoint-Präsentation ist, die der südafrikanische Prof zu Hause gestaltet hat und die wir in Chemnitz während seinem Vortrag sehen... naja und dass die Studis auch alle Handys und Laptops und mp3-Player etc. besitzen, brauch ich ja nicht zu erwähnen.
Doch nicht nur die Technik ist globalisiert (und monopolisiert, siehe MS Powerpoint oder Windows oder MacBooks), sondern auch die Klamotten. Adidas-Taschen, K-Swiss Schuhe und wie die Marken alle heißen... hier wie dort. Ein paar Einzelne ausgenommen könnte man, wenn man den Kopf der Studenten verdecken würde, kaum sagen, wer aus Europa, Asien oder den USA kommt. Krass.
Tja und ob das Ganze nun gut oder schlecht ist, darüber könnte man stundenlang philosophieren. Aber das is die Realität. Und ich muss sagen, im Moment profitieren vor allem wir, die junge Generation (der Studenten) enorm davon.
Am Freitag werde ich die Studis wieder begleiten, da geht es nach Dresden. Ich freu mich schon drauf, sowohl auf den Ausflug als auch auf die Leute.
Und am Samstag Vormittag geht ein Teil der Gruppe ins Industriemuseum, da schaff ich es nach 2 Jahren in Chemnitz wohnen auch endlich mal dort hin! ;-)
Als großes Highlight steht am Samstag Abend der Uni-Ball an. Mal schauen was uns da erwartet... als Dankeschön für unsere Mithilfe haben wir Freikarten bekommen, von daher können wir uns einfach überraschen lassen. (Aber nachdem ich das Programm gesehen hab und festgestellt hab, dass die Karten für Studis 25, für Profs 75 (!) € kosten, glaub ich, dass es bestimmt ein abwechslungsreicher Abend wird: "In diesen Preisen sind ein Begrüßungscocktail, ein exquisites Buffet sowie das Show- und Tanzprogramm enthalten.")
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