Freitag, 15. Januar 2010

Der kleine gelbe Zug und der große weiße Mann

... das beschreibt meinen gestrigen Tag am besten:

Wieder einmal ging es hinauf in die Berge. Diesmal jedoch mit einem anderen Transportmittel: dem Zug! 1927 wurde der Petit Train Jaune in Betrieb genommen - eine Schmalspurbahn (insg. 62 km), die auf 30 km Länge über 1100 Höhenmeter überwindet.
Es war ein Erlebnis, in alten, schaukligen Waggons immer höher zu kommen, durch Tunnel und über Brücken, mit toller Sicht auf die Berge und in die Täler!

Unser Ziel war Font Romeu (ca. 1600m), der bekannteste Skiort der Region. Er ist am Hang gelegen und wir sind von unten nach oben mal durchgelaufen. Sieht einem österreichischen Skiort sehr ähnlich.

Leider konnten wir dort die hohen Berge mit Skipisten nicht sehen, weil es wolkig war und geschneit hat. Dafür hatten wir unseren Spaß im Schnee! :-)
Vor dem Olympia-Eisstadion von 1968, das im Januar leider geschlossen hatte, haben wir eben einen "bonhomme de neige" gebaut :-)

Mittwoch, 13. Januar 2010

Uni - gutes und schlimmes

Juhu, heute hatte ich meine letzten 2 Prüfungen! Wie auch schon die am Montag waren sie nicht sonderlich schwer, allerdings mühseelige Schreibarbeit. Alle 3 bestanden sie nicht aus konkreten Fragen, sondern eher einem Thema ("Frankreich in Europa von 1848-1870", "Die geopolitische Situation der EU"), zu dem man dann alles schreiben soll was man weiß. Heißt also, auswendig gelerntes wiedergeben. Ich kam damit ganz gut zurecht. Mich hat nur das Schreiben genervt, weil für 4-6 Seiten braucht man schon mal 2-3 Stunden, aber so ist das eben. Jetzt ist es vorbei!! :-)

Zur Feier des Tages hat sich das Wetter heute mal frühlingshaft gezeigt! Es waren ca. 13 Grad und in der warmen Sonne hat es sich gleich noch viel wärmer angefühlt. Toll!

Jedoch wurde dieser schöne Tag von etwas Schlimmen überschattet:
Während ich heute Vormittag meine Prüfungen geschrieben habe, hatte es sich im Gebäude gleich über die Straße abgespielt: ein 26-jähriger Student hat eine Sekretärin der Verwaltung erstochen und 3 weitere Personen verletzt.
Noch während der Prüfung hab ich die viele Polizei und Krankenwagen hören und sehen können, die zu dem Gebäude gefahren sind. Dies war dann auch gesperrt, aber weitere Einschränkungen gab es zunächst nicht. Von Freunden hab ich dann die Gerüchte um die Ermordung gehört. Als ich nach dem Mittag mein Fahrrad, was vor dem Gebäude stand, geholt habe, waren Fernseh- und Radioreporter vor Ort und haben Studenten interviewt. Zu Hause dann war es in den nationalen französischen Medien zu lesen und Präsident Sarkozy hat der Familie der Sekretärin bereits sein Beileid ausgesprochen.
Ob die Prüfungen der kommenden Tage stattfinden werden, weiß ich nicht.
Es ist schrecklich, dass so etwas passiert... und dann noch hier, in Perpignan - ja, im Nachbargebäude wo ich meine Prüfung hatte!
(Bericht im französischen L'Indépentant hier, der erste deutsche Artikel den ich finden kann hier.)

Wenn jetzt auch nicht ganz so passend hab ich es heute endlich mal geschafft, ein paar Fotos vom Campus zu machen, und die will ich euch nicht vorenthalten:
Willkommen auf dem Campus!
erst dieses Semester errichtete Fahrradständer, die werden hauptsächlich von ERASMUS-Studenten genutzt :-)
unser Pinienwald :)
neu...
...älter...
... und alt! :-)
aber es gibt eine schöne neue Bibliothek

Sonntag, 10. Januar 2010

Canigou!

Schon seit ich hier bin, ist der Canigou voller Schnee. Leider konnte ich ihn wegen der Wolken noch nie ganz sehen. Aber heute zeigt er sich endlich in seiner ganzen Pracht - einfach beeindruckend!!

Samstag, 9. Januar 2010

"Heimurlaub"

Weihnachten und Silvester habe ich nicht in Frankreich verbracht, sondern bin für fast 3 Wochen nach Deutschland gekommen und hatte eine wunderschöne Zeit mit Familie, Freund und Freunden, die superschnell vergingen!

Die Heimreise mit Bus, Flugzeug, Bus, Zug und Auto verlief ohne Probleme. Perpignan hatte sich leider unter den Wolken versteckt, aber später hatte ich eine klasse Sicht über die verschneiten Alpen.

Meinen knapp dreistündigen Aufenthalt in Frankfurt (Main) nutzte ich zum Stadtbummel (so eine tolle Stadt, mit Skyline!) und Weihnachtsmarktbesuch.
Außerdem bin ich auf den Spuren unserer Vorfahren der Demokratie gewandelt und habe der Paulskirche einen Besuch abgestattet.

Meine Zeit zu Hause begann mit einer tollen Geburtstagsfeier mit allen - meiner Familie, Freunden von zu Hause und sogar auch Freunden aus Chemnitz. Danke an alle, die gekommen sind, es war so schön!

Der nächste Höhepunkt war ein Tag in Berlin (bei -15 Grad oder so) mit Weihnachtsmarktbummel und Besuch des Musicals Dirty Dancing am Potsdamer Platz.

Vor Weihnachten, um so richtig in Stimmung zu kommen, bin ich mit Mutti für einen Tag nach Seiffen gefahren um eine Pyramide zu finden. Wir waren erfolgreich und haben soooo viele tolle Räuchermänner, Nussknacker, Schwibbögen, Pyramiden etc. gesehen :-)

Die Weihnachtstage waren sehr entspannt und natürlich mit vielem Essen ;-) Wie immer hab ich diese mit meiner Familie verbracht sowie auch bei Sascha oder er bei mir... ist schon eine schöne Zeit!

In der Woche danach stand dann aber Sport auf dem Programm! Langlauf mit Mutti (leider bei wenig Schnee) und Vati (im traumhaften Winterwald) sowie Abfahrt mit Sascha (auf Kunstschnee - aber immerhin) - wollte den Winter ja nutzen!
Desweiteren hab ich mit Sascha beim "Abspeckturnier" in Oelsnitz Volleyball gespielt, das war toll!

Silvester haben wir dieses Jahr in Leipzig gefeiert. Mit Freunden (zu neunt) haben wir erst traditionell Raclette gemacht und waren anschließend in der Moritzbastei tanzen.
Bei starkem Schneefall und Feuerwerk auf dem Augustusplatz sind wir gut ins neue Jahr gestartet.

Meinen Aufenthalt abgeschlossen hat die Feier zum 140. Geburtstag meiner Großeltern am 4. Januar - nochmal schön in Familie.
Und dann hab ich mich von eingeschneiten Syrau verabschiedet und wieder gen Süden geflogen.


Hier in Perpignan wurde ich mit Kälte aber Sonnenschein empfangen. Am Donnerstag hat es jedoch den ganzen Tag geregnet, das war nicht so angenehm. Den gab es gestern zum Glück nicht mehr, aber dafür rieselten ein paar Schneeflöckchen vom Himmel! Hier, im Süden! ;-) Blieb natürlich nichts liegen, zum Glück! Aber kalt und unheimlich stürmisch ist es, das wird auch noch ein paar Tage anhalten. Ich hab grad gelesen, dass auch einige Städte in Südfrankreich eingeschneit sind (z.B. 25 cm Schnee in Avignon) und einige tausend Haushalte keinen Strom haben - davon sind wir zum Glück verschont!

Gestern Abend ging's für mich wieder zum Volleyball und anschließend hatten wir noch einen gemütlichen Abend bei Jirka; ich bin wieder "richtig angekommen".
Am Montag und Mittwoch muss ich noch Prüfungen schreiben, und dann steht erstmal wieder bissl Erkunden und Reisen auf dem Plan :-) Und an den Strand will ich unbedingt!

PS: Sehr angenehm ist es übrirgens, dass es hier erst um 6 dunkel wird und nicht schon halb 5 wie zu Hause!

Donnerstag, 7. Januar 2010

Rückkehr nach Frankreich

Gestern Nachmittag bin ich wieder in Perpignan angekommen!

Bei strahlendem Sonnenschein, aber leider auch recht kalten Temperaturen - hier ist halt auch Winter. Heute regnet es sogar, und so nasskalt soll es die nächsten Tage auch weitergehen. Da hätte ich doch lieber das Schnee-Winterwetter von zu Hause! Aber man kann eben nicht alles haben, und wir werden hier trotzdem das Beste daraus machen. Da mus nur leider der Strandausflug noch ein paar Tage warten. Da ich jetzt für meine Prüfungen nächste Woche lernen muss, ist das aber eigentlich sogar praktisch.

Meine Rückreise - Bus, Flieger, Flughafenzubringer und schließlich noch Zug - verlief ohne Probleme.
Interessant war allerdings das Landen in Montpellier! Wie auf dem Bild zu sehen, ist die Landebahn in den See, der vor dem Meer liegt, hineingebaut.
Wir kamen von rechts oben, haben über dem Meer gedreht (war eine ganz schöne "Kampfkurve"!) und sind dann direkt auf die Landebahn zugeflogen. Aus der Luft hatte ich die Position der Landebahn zwar schon gesehen, aber es war trotzdem komisch, als wir tiefer und tiefer gekommen sind, aber unter uns nichts als Wasser war! Dann kam aber doch Land und wir haben sicher aufgesetzt :-)

In Montpellier, wo ich noch 2 Stunden war, ist mir sofort aufgefallen, dass ich wieder in Frankreich bin. Nicht nur, dass natürlich alle wieder französisch sprechen und alles auf französisch geschrieben ist. Nein, auch an der Mode war es gleich zu erkennen: Plötzlich hatten viiiel weniger Frauen Hosen an, stattdessen Röcke und Kleider. Das war richtig auffällig. Und die Kinder waren chic angezogen, weniger wie Kinder sondern eher wie kleine Erwachsene. Das hatten Luise und ich ja schon öfters festgestellt, und gestern dachte ich das gleich wieder.
Und auch die Sonne ist hier anders als zu Hause. Wie gesagt, die Temperaturen waren nicht sonderlich hoch (ca. 5 Grad), aber die Sonne, die mir ins Gesicht geschienen hat, war viel wärmer und hatte richtig Kraft.
Da soll sie sich nur mal anstrengen und demnächst wieder schön scheinen! :-)

So, jetzt geht's erstmal wieder auf den Markt, Essensvorrat anschaffen.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Wintereinbruch

Am Freitag waren wir noch am Strand, doch danach hat das Wetter ganz schön umgeschlagen. Schon am Wochenende war es plötzlich sehr frisch, und gestern den ganzen Tag richtig nasskalt. Dabei auch noch sehr windig, was die 5 Grad noch viel kälter erschienen ließ.

In Perpignan hatte es auch geregnet, aber in den Bergen wieder geschneit. Und das schon auf ca. 300m! Da können wir Deutschland fast Konkurrenz machen ;-)

Mir wurde gesagt, dass das allerdings nicht die Regel ist. Ich hab das Gefühl, dass dieses Jahr hier nur außergewöhnliches Wetter ist: ein zu heißer September, zu warmer Oktober und nun Schnee viel zu zeitig und viel zu weit unten.

Nun - mich stört's nicht, so wird es nie langweilig :-) (Und es ist die Vorbereitung auf Deutschland... *bibber*)

Samstag, 12. Dezember 2009

Uni und feiern

Wow, so schnell ging's... und schon ist das Semester um! Diese Woche waren im Prinzip die letzten Vorlesungen. Ein paar werden auch nächste Woche noch stattfinden, aber nur ein Teil. Außerdem gingen jetzt die Prüfungen los. Ich hab allerdings Glück, denn alle meine "richtigen" Prüfungen sind erst im Januar. Diese Woche hatte ich jedoch meine zwei Französisch-Prüfungen, ich denke, sie liefen ganz gut.
Man kann schon sagen, dass sich meine Sprachkenntnisse verbessert haben in den 3 Monaten... zum Glück! :-)

Das Semester geht zu Ende... doch das heißt nicht, dass nicht mehr gefeiert wird! :-) Diese Woche war viel los.
Am Montag waren wir bei Luise, haben Glühwein getrunken, einen Film geschaut... und plötzlich war es halb 5, bis ich endlich im Bett lag!
Am Dienstag hab ich 3 Stunden Volleyball gespielt und bin danach zufrieden schlafen gegangen.
Mittwochs war wie immer Tio Pépé angesagt, das letzte Mal vor Weihnachten. Davor haben wir uns noch mit vielen Leuten bei irgendwem im Wohnheim getroffen... ich weiß bis heute nicht, wer dort eigentlich wohnte, aber es war schön :-)
Gestern fand an der Uni ein "Soirée de Dance" statt, ein Mix aus Tanz- und Capoeira-Aufführungen und Tanzen für alle. Auch wenn ich selber nicht getanzt hab, war es ein schöner Abend, weil sehr viele Leute da waren, die ich kannte.
Und heute war ich im Wohnheim zu einem privaten "Soirée". Etwa 10 Leute, ein Klavier und eine Gitarre (sowie mehrere Flaschen Wein) in einem Zimmer ergaben einen tollen Abend mit viel Musik und viel Singen.

Es ist interessant, wie ich in den letzen 2-3 Wochen erst die Wohnheime kennengelernt habe... mittlerweile kann ich meist zuordnen, wer in welchem Gebäude wohnt, und bin auch ab und zu dort... aber es hat ein Stück gedauert :-)

So, und jetzt geht's ins Bett. Bonne nuit!